Person

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„Was Aufmerksamkeit bekommt, wird mehr.“ Diese Aussage begegnete mir im Rahmen der Dreharbeiten zu AUGENHÖHE und ich könnte nicht besser beschreiben, worum es mir geht: Sichtbar machen, was schon gut ist. Als Inspiration und Quelle von Mut. Denn vieles ist schon da: New Work, neue Arbeit, neue Führung, menschliche Unternehmen. Schauen wir hin.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Pinneberg. Vor den Toren Hamburgs zwar, aber eben doch Provinz. Meine Mutter war Bankkauffrau – und ich bin es auch geworden. Überhaupt habe ich damals gemacht, was man mir gesagt hat und habe brav Erwartungen erfüllt.
Anders wurde das, als ich mit 21 nach Kanada ging – einfach so, ohne festes Ziel, nur mit einem Rückflugticket in der Tasche – soviel Sicherheit musste sein. Beruflich blieb ich allerdings noch eine Weile im Mainstream: Studiert habe ich BWL – wieder mit guten Noten, Stipendien und so. Gelernt habe ich aber am meisten bei AIESEC. Dort habe ich Projekte initiiert, Führung übernommen und viel ausprobiert. Das war mein Ding.
Dann Personal- und Organisationsentwicklung in einem Pharmakonzern. Das war nicht mein Ding – und ich habe es am ersten Tag dort gemerkt. Ich bin nicht konzernkompatibel. Punkt. So klar wurde mir das allerdings erst in der Rückschau. Fast vier Jahre habe ich durchgehalten und die Zeit genutzt, Funktionsweise, Spielchen, Verhaltensweisen in diesem System zu studieren. Meine systemische Ausbildung begleitete diese Zeit.
Die folgenden zehn Jahre habe ich Unternehmen unterstützt, ihre Projekte gut auf die Reihe zu bekommen und Menschen, persönlich zu wachsen und vernünftig miteinander umzugehen. Das unbestimmte Gefühl, dass etwas nicht stimmt, ich möglicherweise Symptome kuriere beschlich mich in diesen Jahren immer wieder. Weiter gemacht habe ich trotzdem – meine Intuition meldete zwar bereits SOS, aber der Kopf fand einfach keine Erklärungen, verstand nicht, was der Bauch zu meckern hatte.
Aber der Bauch ließ nicht locker, seine Signale wurden immer stärker. Bis 2010 endlich auch der Kopf fündig wurde: Mir fiel das Buch „Why work sucks – and how to fix it“ in die Hände, ich organisierte gemeinsam mit zwei Kolleginnen eine Veranstaltung über neue Arbeitswelten – und ich begegnete den Menschen von intrinsify!me, dem Think Tank, der sich inzwischen als größtes deutschsprachiges Netzwerk für die neue Arbeitswelt und moderne Unternehmensführung etabliert hat. Da fügte sich Vieles zusammen, ich las, begegnete mehr Menschen, diskutierte und durchdachte alternative Konzepte der Unternehmensführung, arbeitete in Beratungen anders – und eckte damit hier und da an. Bis schließlich 2013 AUGENHÖHE entstand.
Seitdem ist klar: Unternehmen können menschlich und ökonomisch erfolgreich sein. Das geht beides, dessen bin ich mir inzwischen sehr sicher.